ÖIAT Research

Das Österreichische Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) setzt sich seit mehr als 20 Jahren für einen kompetenten, sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien ein. Gemeinsam mit Partnern forschen wir zu aktuellen Themen aus der digitalen Welt. Auf dieser Seite geben wir einen Einblick in vergangene und aktuelle Forschungsprojekte

eMarketShield


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Julia Krickl
Projektleitung Research & Innovation
krickl@oiat.at
+43-1-595 2112-28

2024/102026/09
Ernährungssicherheit Konsumentenschutz

Der Vertrieb gefährlicher oder nicht zugelassener Produkte sowie irreführende, falsche Versprechen stellen Sicherheitsrisiken für Konsument:innen in Österreich dar – und werden aktuell im Internet noch unzureichend bekämpft. Durch das Projekt eMarketShield soll die Sicherheit von Kund:innen im Online-Handel verbessert werden, mit speziellem Fokus auf Nahrungsergänzungsmittel und anderen Waren, die dem Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetz (LMSVG) unterliegen. Die Ergebnisse sollen einen Beitrag zur Marktüberwachung sämtlicher Produktkategorien leisten, die online verkauft werden.


Das Projekt eMarketShield zielt darauf ab, speziell auf die Anforderungen der amtlichen Kontrollen des Online-Handels angepasste, risikobasierte Kontrollansätze mittels datengestützter Entscheidungsgrundlage zu entwickeln und zu evaluieren. Dabei sollen neben Crawling, Scraping und API-Zugriffen auch aktuelle Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI) wie Large Language Models (LLMs) zum Einsatz kommen. Diese helfen, nicht konforme Produkte zu identifizieren, Trends frühzeitig zu erkennen und mittels automatischem Scoring die begrenzten Ressourcen effizienter zu nutzen. Zusätzlich wird ein besonderes Augenmerk auf die Förderung der digitalen Souveränität Österreichs gelegt, indem die Entwicklung und Implementierung dieser Technologien und Kontrollansätze im nationalen Kontext erfolgt. 

Das Projekt baut auf bewährten Ansätzen der risikobasierten Kontrolle im stationären Handel auf. Für ausgewählte Anwendungsfälle werden im Rahmen der Datenerhebung mittels Crawling, Scraping und Zugriff auf existierende Daten und öffentliche APIs eigene Ansätze implementiert und mit bestehenden Lösungen verglichen. Ein Fokus ist dabei der Einsatz von LLMs, welche die Aufbereitung von unstrukturierten Daten im Web revolutionieren können. Die Datenverwertung basiert auf einem, im Rahmen des Projektes konzipierten, Common-Data-Model, welches eine einheitliche Struktur und zukünftigen Austausch gewährleisten soll. Zur Analyse von Trends in den Daten werden etwa der Top2Vec-Algorithmus sowie LLMs eingesetzt. Prävention durch gezielte Information für Konsument:innen, Plattformen oder Verkäufer:innen soll als alternative Methode zur traditionell ressourcenintensiven Probenziehung und Mystery-Shopping getestet werden. Die Evaluation erfolgt in einer prototypischen Webapplikation, in der mithilfe einer Triage-Methodik das Verbesserungspotenzial dieser Ansätze für den Konsument:innen-Schutz analysiert wird.

Die Ergebnisse dieses Projekts stellen eine solide, datengetriebene Basis für die Planung der Tool-Unterstützung der Marktüberwachung im Online-Handel in Österreich dar. Sie beschränken sich nicht nur auf die Identifizierung potenzieller Schwachstellen in der Internetmarktüberwachung, sondern liefern auch Lösungen zur Optimierung und Steigerung der Effizienz des Prozesses. Die entwickelten technologischen Komponenten und Methoden bilden so eine zuverlässige Basis für fundierte Überlegungen hinsichtlich einer Weiterentwicklung zu Marktreife. Diese Ergebnisse sind entscheidend, um die amtliche Kontrolle im Online-Handel effektiv zu gestalten und potenzielle Risiken, sowohl in technologischer als auch in rechtlicher und ethischer Hinsicht, zu minimieren.

eMarketShield wird finanziert im Sicherheitsforschungs-Förderprogramm KIRAS des Bundesministeriums für Finanzen.