14 Prozent der Österreicher:innen ab 14 Jahren gelten laut Austrian Internet Monitor (Q1/2017) praktisch als Offliner:innen. Dazu kommt eine nicht näher quantifizierte Gruppe an Menschen, die das Internet nur in sehr geringem Ausmaß nutzen. Tendenziell handelt es sich bei den Offliner:innen um weibliche Personen höheren Alters mit formal niedriger Bildung und beschränkten finanziellen Mitteln.
Angesichts der fortschreitenden Digitalisierung sämtlicher Lebensbereiche erfahren die sozialen, gesellschaftlichen und politischen Teilhabechancen dieser Menschen eine zunehmende Beschränkung. Insbesondere sind sie als Konsument:innen ohne Internetzugang mit konkreten finanziellen Nachteilen in unterschiedlichsten Lebensbereichen konfrontiert. Die Gründe für die finanziellen Nachteile sind vor allem, dass Offliner:innen auf kostengünstige Onlineservices und -angebote verzichten müssen (Beispiele: Diskontbanken, billigere Zugtickets, Dienstleistungen der Sharing Economy, Kleinanzeigenplattformen etc.) und keinen Zugriff auf umfassende Preisvergleichsmöglichkeiten und Produktinformationen im Netz haben. Dazu kommt, dass sich viele Lebenssituationen rascher und bequemer mit Online-Unterstützung bewältigen lassen (von der Nutzung diverser Nachschlagewerke bis hin zu optimalen Verkehrsroutenplanung in Echtzeit).
Auch wenn die aktive Teilnahme am digitalen Wandel keine Zwangsbeglückung darstellen soll, gilt es sicherzustellen, dass Offliner:innen eine tatsächlich informierte Entscheidung treffen können, ob sie den Schritt in die digitale Welt machen oder nicht. Ganz besonders benötigen sie eine zielgruppengerechte Begleitung, wenn sie sich auf den Weg in die Online-Welt machen. Dazu braucht es eine Reihe von Unterstützungsangeboten, die vom Ausbau leistbarer Beratungs- und Weiterbildungsangeboten über geeignete Erklärinhalte für Einsteiger:innen bis hin zur Förderung unternehmerische Initiativen, die sich speziell an technikferne Menschen richten. Umgekehrt ist auch über ein rechtlich verankertes Mindestmaß an Leistungen für Offliner:innen (Formulare, Papierrechnungen, gedruckte Informationen der öffentlichen Hand über zentrale Lebensbereiche ältere Menschen wie z.B. Gesundheit, Pflege) zu diskutieren.